Allsherjargode Géza Árpád v. Nahodyl Neményi

 


 

Baron Géza Árpád v. Nahodyl Neményi wurde 1958 in Deutschland geboren. Seine Sippe kommt aus dem Stamme der germanischen Markomannen. Der Name wird auch in Verkürzung als Pseudonym geführt: Géza von Neményi.  Die Familie stammt aus Böhmen und kam über Mähren und Ungarn nach Deutschland.
Géza Árpád v. Nahodyl Neményi, befaßte sich frühzeitig mit Zauberei und Spiritualismus. Schon 1965 lernte er die Edda kennen, 1969 bereits Sagen von Berliner Kultstätten. Zum germanischen Heidentum kam er 1982 durch die Bücher des Runenesoterikers Karl Spiesberger und des Mythologen Dr. Wilhelm Wägner. Er studierte visuelle Kommunikation (Abschlußdiplom) und ältere Skandinavistik (Altnordische Sprache, Edda, Sagas, Runen), darüberhinaus besuchte er Vorlesungen der Germanistik, Religionswissenschaft und Ur- und Frühgeschichte. Im Verein für deutsche Vor- und Frühgeschichte e. V. und im Förderkreis des Museumsdorfes Düppel e. V. erwarb er sich Kenntnisse des Glaubens und der Lebensweise unserer Ahnen. Im Volkstanzkreis Reinickendorf lernte er die zum Teil auf alte Kulttänze zurückgehenden traditionellen Volkstänze. Beim Michael Harner-Schüler Jochen Hornung lernte v. Nahodyl Neményi die moderne Form des Schamanismus (Geistreisen). 

Géza Árpád v. Nahodyl Neményi besuchte zahlreiche heidnische Gemeinschaften und hielt bei vielen auch selbst Vorträge. 1983 war er auf den Heidenspaßkreis gestoßen, den Matthias Wenger leitete. Aus diesem Kreis heraus gründete v. Nahodyl Neményi die Heidnische Glaubens-Gemeinschaft, die 1985 als Heidnische Gemeinschaft e. V. (gemeinnützig) im Vereinsregister eingetragen wurde. Die Bezeichnung "Germanen" war damals so negativ besetzt, daß sie nicht in einem Vereinsnamen dieser Thematik verwendet werden konnte. Géza Árpád v. Nahodyl Neményi war der Begründer des Ásatrú in Deutschland, schon in der Grundsatzerklärung der Heidnischen Gemeinschaft von 1985, die sich für alle einsehbar in der Akte beim Vereinsgericht befindet, wurde bezug auf die isländischen Ásatrúarmenn genommen. Die Bezeichnung "Ásatrú" (asengläubig) wurde in Deutschland nachweisbar zuerst von Géza v. Nahodyl Neményi gebraucht, lange bevor entsprechende Vereine gegründet wurden. So findet sich die Bezeichnung "Ásatrú-Kalender - Germanische Glaubens-Gemeinschaft" schon in der von Géza v. Nahodyl Neményi herausgegebenen Zeitschrift "Germanen-Glaube" als Rubriküberschrift für die Festtage seit der Ausgabe 2/1994 (S. 9) vom Mai 1994. 

 

 

1988 besuchte Géza v. Nahodyl Neményi das erste Mal Island und den damaligen Allsherjargóði Sveinbjörn Beinteinsson sowie Þorsteinn Guðjónsson. Beide hatten es 1972 geschafft, auf Island die rechtliche Anerkennung der Ásatrúarfélagið zu erhalten. Seit 1983 leitete v. Nahodyl Neményi als lediglich gewählter Lag-Gode der Heidnischen Gemeinschaft die Jahresfeste, am 6. 7. 1989 legte er dann die Godenprüfung vor dem Gemeinschaftsrrat der Heidnischen Gemeinschaft ab. Dieser ersten Godenprüfung folgten weitere Anwärter. Die Prüfungsrichtlinien waren von Michael Pflanz festgelegt worden. Die Anforderungen fielen damals sehr schwer aus. Bedingung war, mindestens drei Heiligtümer außerhalb Berlins besucht zu haben, das bedeutete damals (zur Zeit der deutschen Teilung), daß man zu Heiligtümern in West-Deutschland reisen mußte. Schließlich mußte die Beherrschung eines Musikinstrumentes (keine Percussion) nachgewiesen und ein selbstgefertigtes Werkstück zur Beurteilung vorgelegt werden. Eine mindestens 50 A4-Seiten umfassende schriftliche Arbeit zu einem heidnischen Thema mußte vorgewiesen werden. Die Prüfung zerfiel in einen schriftlichen (mit Wahl- und Pflichtgebiet) und mündlichen Teil. Seit einigen Jahren sind diese Bedingungen durch den Allsherjargoden vereinfacht worden.
 

  

Trotzdem v. Nahodyl Neményi jahrelang gewählter 1. Vorsitzender (Lag-Gode) der HG war, wurde dennoch eine erneute Wahl zum Goden auf dem Thing (10. 11. 1989) verlangt. Schließlich sollte die Weihezeremonie erfolgen. Da es in der HG oder anderen Gemeinschaften noch keine rituell eingesetzten Goden gab, wurde auf Priester neuheidnischer Richtungen zurückgegriffen. Bei der Übertragung von spiritueller Kraft kommt es nur auf den Lebenswandel und die Kraft der Weihenden an, nicht auf deren Faktenwissen. Die nach den Überlieferungen gestaltete Weihezeremonie fand unter der Hauptleitung einer Priesterin des germanischen Neuheidentums am Sargstein des Heiligtums der Externsteine am 6. 11. 1989 statt. Die anderen Mitwirkenden waren ein Wicca-Hohepriesterpaar sowie ein Druide als Vertreter der keltischen Richtung. Dieser Druide war einer der ersten Wiccas in Deutschland gewesen und gehörte der gardnerianischen Richtung an. Auch Géza v. Nahodyl Neményi hatte schon verschiedene Wiccagrade und wurde nun auch Wicca Hoherpriester. Diesen Grad legte er aber später ab, da das moderne Wiccatum vom  germanischen Altheidentum in vielen Punkten abweicht.

Im Jahre 1991 reaktivierte Géza v. Nahodyl Neményi mit Unterstützung des letzten Vorsitzenden, Ludwig Dessel, die schon 1907 gegründete Germanische Glaubens-Gemeinschaft e. V. (GGG). Sie war als eine Art Dachverband gedacht, doch nach dem Beschluß der HG, sich nicht als Landesgemeinde in die GGG zu integrieren, wurden diese Pläne hinfällig.

Die im traditionellen Sinne gewählten und eingesetzten Goden bildeten mit den Vorstandsmitgliedern zusammen den Godenrat und wählten Géza v. Nahodyl Neményi am 15. 4. 1991 zum Vorsitzenden des Godenrates. Seit 1992 tritt Géza v. Nahodyl Neményi unter der Bezeichnung Allsherjargode an die Öffentlichkeit. Die Bezeichnung wurde 1999 juristisch gegen Mißbrauch geschützt.

 

                                                              

                       

                      

Veröffentlichungen von Baron Géza-Arpad v. Nahodyl Neményi siehe Menüpunkt "Angebote" (mehr Informationen zu den einzelnen Büchern finden sich hier).

Neben zahlreichen Artikeln in verschiedenen Zeitschriften gibt v. Nahodyl Neményi die "Germanische Reihe" (48 Themenhefte) seit 1983 heraus und den Vierteljahresrundbrief "Germanen-Glaube - Blätter des Allsherjargoden für germanisches Altheidentum" (seit 1991). Ein Gesamtregister der Artikel des "Germanen-Glaube" von 1991 bis 2014 finden Sie hier.

 

 

 Géza v. Nahodyl Neményi (vorne links) beim World Congress of Ethnic Religions (WCER) in Posen 2008.

 

Ein gemeinsames Ritual während des WCER 2008.

 

Vertretung des Alt-Heidentums durch den Allsherjargoden

 

Da alle Bemühungen (zuletzt 2010), einen heidnischen Dachverband einzurichten, in welchem die verschiedenen Gemeinschaften Sitz und Stimme haben, um so gemeinsam das Heidentum in der Öffentlichkeit zu vertreten, am Desinteresse der Vereinigungen gescheitert sind, gleichzeitig aber wichtige Grundrechte dem Heidentum immer noch verwehrt werden, ist es notwendig, dennoch das Heidentum in der Gesellschaft zu vertreten, ihm in der Öffentlichkeit eine Stimme zu geben.

Diese Aufgabe für das traditionelle germanische Heidentum (Ásatrú) hatte bisher der Allsherjargode übernommen, und wird es bis zu der Gründung eines Dachverbandes auch weiterhin tun, weil es die Aufgabe des höchsten traditionell ausgebildeten, geweihten und eingesetzten Priesters ist. Géza v. Nahodyl Neményi wird also weiterhin sein Amt dazu einsetzen, dem traditionellen germanischen Altheidentum eine einheitliche Stimme zu geben.

Diese Vertretung hatte bereits vor 1999 begonnen, 2004 wurde dazu ein Konzeptpapier erstellt, welches die Einrichtung der "Institution des Allsherjargoden" als gruppenunabhängige Instanz feststellte. Diese Instanz soll den inhaltlichen Zusammenhalt des Altheidentums fördern, wobei der Allsherjargode als unabhängige Identifikationsfigur dient.

Dabei wird wie bisher keinerlei Einfluß auf heidnische Vereine, Gruppen, Orden oder Zirkel genommen werden; diese Gemeinschaften bleiben völlig unabhängig und vertreten sich selbst. Der Allsherjargode vertritt keine dieser Gemeinschaften und spricht auch nicht in ihrem Namen. Der Allsherjargode spricht nur im Namen der traditionellen germanischen Altheiten (Einzelpersonen), unabhängig davon, ob und in welcher Vereinigung sie eventuell Mitglieder sind.

Germanische Altheiden sind diejenigen Heiden, die den Glauben der Germanen ohne Veränderungen praktitzieren, dazu gehört die Verehrung von Wodan (Óðinn) und Frick (Frigg) als allerhöchste Gottheiten (ohne einen Urgott darüber anzunehmen) sowie der weiteren Götter und Göttinnen in den alten Heiligtümern, das Feiern der acht Jahresfeste (Blóts), der Thinge und der Lebensfeste unter Berücksichtigung der überlieferten Riten und Bräuche, die Anerkennung der Eddas als Sammlung der heiligen Göttermythen, der Glaube an die Wiedergeburt, das Weiterleben der Seele nach dem Tode, an Geister und Ahnen, sowie die Anerkennung der nach den traditionellen altheidnischen Vorgaben eingesetzten heidnischen Priester, auch des Allsherjargoden, die ja selbst ein Bestandteil des Altheidentums bilden.

Heiden anderer Ausrichtungen, die diesen Vorgaben nicht entsprechen, werden vom Allsherjargoden nicht vertreten.

Der Allsherjargode überprüft das Wissen und die Eignung von Godenanwärtern (unabhängig von einer jeweiligen Gruppenzugehörigkeit) und führt ggfls. die  Einsetzung und Weihe neuer Goden im altheidnischen Ritus durch. Alle diese Goden werden mit vollem Stimmrecht in den Godenrat aufgenommen.

Der Allsherjargode ist eine Anlaufstelle für alle inhaltlichen Fragen zum germanischen Altheidentum und bewahrt das Altheidentum vor Verfälschung und Umdeutung. Für alle einzelnen Heiden und heidnischen Gemeinschaften ist somit eine Richtschnur vorhanden, durch die das germanische Altheidentum einheitlich dargestellt wird. Für die Öffentlichkeit ist - wie auf Island oder dem Baltikum - ein Ansprechpartner vorhanden, der das traditionelle germanische Altheidentum repräsentiert.

Inhaltliche Fragen, Anfragen von Medienvertretern usw. können über das Kontaktformular gestellt werden.