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Die Donar-Eiche

 

Der Chronist Willibald schreibt in der zwischen 763 und 765 verfaßten „Vita Bonifatii“ (Leben des hl. Bonifatius) (22) über eine besondere, heilige Eiche:

>Er [Bonifatius] aber durchwanderte auf weiten Umwegen die Gebiete vieler Völker und kam zuletzt zu dem genannten Fürsten der Franken, von dem er ehrerbietig aufgenommen wurde. Und nachdem er dem Herzog Karl den Brief des genannten römischen Bischofs und des apostolischen Stuhls überbracht hatte, wurde er vom Fürsten in Huld und Schutz genommen und kehrte mit Erlaubnis des Herzogs Karl zu den schon früher besuchten Gefilden der Hessen zurück.
Damals aber empfingen viele Hessen, die den katholischen Glauben angenommen und durch die siebenfältige Gnade des Geistes gestärkt waren, die Handauflegung; andere aber, deren Geist noch nicht erstarkt, verweigerten des reinen Glaubens unverletzbare Wahrheiten zu empfangen; einige auch opferten heimlich Bäumen und Quellen, andere taten dies ganz offen; einige wiederum betrieben teils offen, teils im geheimen Seherei und Wahrsagerei, Losdeuten und Zauberwahn; andere dagegen befaßten sich mit Amuletten und Zeichendeuterei und pflegten die verschiedendsten Opfergebräuche, andere dagegen, die schon gesunderen Sinnes waren und allem heidnischen Götzendienst entsagt hatten, taten nichts von alledem. Mit deren Rat und Hilfe unternahm er es, eine ungeheure Eiche, die mit ihrem alten heidnischen Namen die Jupiter-Eiche genannt wurde, in einem Orte, der Geismar [Gaesmere] hieß, im Beisein der ihn umgebenden Knechte Gottes zu fällen. Als er nun in der Zuversicht seines standhaften Geistes den Baum zu fällen begonnen hatte, verwünschte ihn die große Menge der anwesenden Heiden als einen Feind ihrer Götter lebhaft in ihrem Innern. Als er jedoch nur ein wenig den Baum angehauen hatte, wurde sofort die gewaltige Masse der Eiche von höheren göttlichen Wehen geschüttelt und stürzte mit gebrochener Krone zur Erde, und wie durch höheren Winkes Kraft barst sie sofort in vier Teile, und vier ungeheuer große Strünke von gleicher Länge stellten sich, ohne daß die umstehenden Brüder etwas dazu durch Mitarbeit getan, dem Auge dar. Als dies die vorher fluchenden Heiden gesehen, wurden sie umgewandelt, ließen von ihrem früheren Lästern ab, priesen Gott und glaubten an ihn. Darauf aber erbaute der hochheilige Bischof, nachdem er sich mit den Brüdern beraten, aus dem Holzwerk dieses Baumes ein Bethaus und weihte es zu Ehren des heiligen Apostels Petrus <.

 

 

Der heilige Bonifatius hieß eigentlich Winfried und entstammte einer angelsächsischen Adelsfamilie. Geboren wurde er zwischen 672 und 675, er missionierte in Friesland, Thüringen und Hessen und wurde schließlich mit seinen 52 Gefährten am 5. 6. 754 in Dokkum (Friesland) von Heiden erschlagen. Das Fällen der heiligen Eiche soll in der Zeit zwischen 724 und 731 geschehen sein, man geht meist vom Jahre 724 aus. Nahe dabei war der Hauptsitz des Stammes und noch im Mittelalter war es die wichtigste Malstätte. Daß mit dieser „Jupiter-Eiche“ eine Donar-Eiche gemeint ist, davon kann man ausgehen, auch die Heiligenlegende berichtet davon und benutzt diesen Namen:

>In Hessen, wohin Bonitatius nach seiner Bischofsweihe zurückkehrte, lebten immer noch viele Heiden. Diese verehrten eine große Eiche, die in der Gegend von Geismar stand und ihrem Gott Donar geweiht war. Bonifatius wußte, daß die Menschen nur dann an den Christengott glaubten, wenn dieser mächtiger als die alten Götter sei. Um ein Beispiel von der Macht Gottes zu geben, beschloß er, die Eiche umzuhauen. Mit einer Axt versehen, umgeben von seiner Geistlichkeit, das Kreuz an der Spitze, ging Bonifatius auf den Baum zu, den bewaffnete Heiden umstanden, die bereit waren, die Eiche zu verteidigen. Furchtlos schwang er die Axt, und schon beim ersten Hieb fiel die Eiche krachend in vier gleich große Teile auseinander. Als die Heiden das sahen, fielen sie auf die Knie nieder, lobten den Christengott und halfen Bonifatius aus dem Holz eine Kapelle zu Ehren des heiligen Petrus zu erbauen.

Bonifatius war bis ins hohe Alter bemüht, das Reich Gottes unter den Heiden auszubreiten. Er war schon ein Greis von fünfundachtzig Jahren, als er die Nachricht erhielt, daß viele Friesen nach dem Tod ihres heiligen Bischofs Willibrord vom Glauben abgefallen seien. Trotz seines Alters entschloß sich daraufhin Bonifatius noch einmal zu einer Missionsreise nach Friesland. Beim Abschied sprach er zu seinem Lieblingsschüler Lullus: „Das Ende meiner Wanderschaft ist nahe; ich habe diesen Gang gewünscht, und nichts kann mich davon abhalten. Darum, mein Sohn, packe zu meinen Büchern das Leichentuch, welches meinen alten Leib bedecken soll“. Dann zog er mit dem Bischof Koban und neun treuen Gefährten den Rhein aufwärts in Richtung Utrecht. Er predigte das Evangelium, und viele tausend Männer, Frauen und Kinder ließen sich taufen.

Am 5. Juni, es war der Vorabend vor Pfingsten, schlugen er und seine Gefährten am Fluß Borne nahe bei Dokkum ihr Lager auf. Hier wollte Bonifatius den Neubekehrten das Sakrament der Firmung erteilen. Während sie noch betend auf die Neugetauften warteten, stürzt eine Bande wilder Friesen, bewaffnet mit Lanzen und Beilen, aus dem Walde und drang in das Lager ein. Die Chisten wollten sich verteidigen, aber Bonifatius verwehrte es ihnen. Mit seinen Geistlichen, den Reliquien, die er immer bei sich führte, in der Hand sein Evangelienbuch haltend, erwartete er die wütenden Heiden. Durch das Evangelienbuch hindurch, das er wie einen Schild über seinen Kopf hielt, traf ihn der tödliche Hieb. Mit ihm starben seine zweiundfünfzig Gefährten.

Nach ihrer Tat stürzten die Mörder zu den Zelten, um sie zu plündern. Aber sie fanden anstatt des erhofften Geldes nur Bücher und Reliquien. Zornig über diesen Fehlschlag gerieten sie untereinander in Streit und brachten sich zuletzt gegenseitig um.

Der Leichnam des heiligen Bonifatius wurde zuerst nach Utrecht, dann nach Mainz und endlich in die von ihm geliebte Abtei Fulda gebracht und dort feierlich beigesetzt.<

Hierzu muß man sagen, daß es kein Mord war, sondern ein Richten, Bonifatius hatte schließlich heidnische Heiligtümer zerstört und damit Frevel begangen. Die Schilderung ist übertrieben; allein und nur mit einem Schlag hätte Bonifatius die Donar-Eiche nicht fällen können. Er war mit einer größeren Gefolgschaft zu Gange und diese kämpfte wahrscheinlich mit den Heiden, die das Heiligtum bewachten. Wieviele von ihnen dabei ermordet wurden, ist nicht bekannt, aber der „Apostel Deutschlands“ ist in Wahrheit ein fanatischer Mörder gewesen. Trotzdem gilt er immer noch als Heiliger, er ist Patron der Diözese Fulda, sein Todestag ist ein Fest für die Diözesen Berlin, Eichstätt, Görlitz, München-Freising, Meißen, Mainz und Osnabrück. Der Tag ist in Salzburg und Straßburg sogar ein gebotener Gedenktag – Gedenken an einen Mörder. Auch scheint die Schilderung symbolisch gedacht zu sein, denn die vier Teile, in die der Baum (angeblich) zerfiel, symbolisieren die vier Elemente und damit wird gesagt, daß dieser Kult materiell war, nicht vergeistigt.

 

Abb.: Handschrift mit der Heiligenlegende des Bonifatius.

 

Übrigens war es damit noch nicht genug. Bonifatius wird in der Ikonographie als Bischof mit dem vom Schwerte durchbohrten Evangelienbuch dargestellt, aber häufig auch mit der Axt und der gefällten Eiche zu seinen Füßen. Der „Heilige mit der Axt“ sollte dabei natürlich auch wiederum beim Volke den Donnergott mit dem Hammer (der ursprünglich eine Axt ist) ersetzen. So stellte man an die Stelle des heidnischen Gottes den christlich-fanatischen Mörder, zu dem die Menschen nun beten sollten und sollen.

 

 

Warum ist nun die Eiche dem Donnergott geweiht? Der Grund ist natürlich, daß Eichen sehr starkes, leicht rötlich schimmerndes Holz haben, und daß sie unter den heimischen Bäumen besonders häufig vom Blitze getroffen werden, was auch naturwissenschaftlich bestätigt wurde. Eichen wachsen gerne auf Wasseradern und damit an Orten, wo der Blitz häufiger einschlägt, vor allem aber ist es wohl die knorrige Rinde der Eichen, die dafür verantwortlich ist. Das Regenwasser kann den Stamm nicht herunterlaufen wie etwa bei der glattrindigen Buche, so daß also durch das den Strom leitende Wasser keine Erdverbindung (Erdung) gebildet wird. Deswegen heißt es bei Gewitter:

Eichen sollst du weichen
Buchen sollst du suchen,
Linden sollst du finden.

Es gibt weibliche und männliche Eichen, und angeblich schlägt der Blitz nie in einen männlichen (d. h. keine Früchte tragenden) Eichenbaum. Wir haben allerdings auch Überlieferungen, wonach Eichen der Muttergöttin geweiht sind. So gibt es einige nach Maria benannte Eichen, z. B. die 800 Jahre alte Eiche „Dicke Marie“ am Ende des Tegeler Schloßparks, die auch „Mutter Dossen“ genannt wird. Dieser weibliche Bezug hängt vielleicht mit der Mutter Donars zusammen; in der Edda ist Þórs Mutter die Jörð, die auch Fjörgyn genannt wird. Die Bedeutung dieses Names ist unklar, er kann „Berg“ bedeuten (gotisch fairguni, altenglisch firgen-, fyrgen-), aber auch „Eiche“ (altnordisch fura, altenglisch furh, althochdeutsch furaha); De Vries deutet ihn als „Göttin die auf eichenbewachsenen Berge thront“, eine etymologische Verwandtschaft mit dem baltischen Namen des Donnergottes, Perkunas, ist umstritten.

 

 

Die Frage ist nun, wo denn die Donar-Eiche gestanden hatte. In der Legende werden die „Gegend von Geismar“ (Altgeismar lag etwas südlicher als das heutige Geismar) und eine dann (732) errichtete Petruskapelle genannt. So vermutete schon Landau, die Eiche und die danach gebaute Kapelle habe an der Stelle der St. Peterskirche zu Fritzlar, unweit der Büraburg, gestanden. Die Eiche soll im Jahre 723 gefällt worden sein, aus ihrem Holze wurde dann die erste Kirche errichtet und ein Benediktinerkloster entstand. Im Jahre 732 wurde die „Wigbert-Basilika“, die erste Steinkirche, geweiht. Um das Jahr 1000 wurde das Kloster in ein Chorherrenstift umgewandelt und 1079 vollständig zerstört. Ab dem Jahre 1085 wurde hier eine romanische Basilika in der Größe des heutigen Domes errichtet, die nach 1180 in den heutigen, spätromanischen Dombau eingewölbt wurde. Eine neue Eiche wurde vor einiger Zeit neben dem Dom gepflanzt, die nicht Donar-Eiche heißt, sondern „Friedens-Eiche“.

 

Abb. Die "Friedens-Eiche" neben dem Dom. Photo: v. Nahodyl Neményi.

 

Der hl. Petrus („Fels“) ist einer der Ersatzheiligen, die man für Donar eingeführt hatte. Petrus ist Fischer, Donar fischt die Midgardschlange, Petrus schließt den Himmel auf, Donar die Wolken und läßt es regnen, die beiden über Kreuz gelegten Petrusschlüssel ähneln sehr dem Hammerzeichen Donars, der Swastika. Nachdem ich nun selbst einige Tage in Fritzlar (Friedeslare „Friedens-Stätte, Friedens-Feld“ oder „eingefriedete Stätte“) verbrachte, kann ich dazu folgendes sagen. Es scheint mir sicher, daß die Donareiche tatsächlich in Fritzlar gestanden hatte, und zwar an der Stelle, wo heute der Petridom steht. Der „Domberg“ heißt ursprünglich „Ziegenberg“, und dieser Name wird darauf zurückgeführt, daß die Germanen auf ihm auch Ziegen als heilige Tiere des Donnergottes gehalten haben - noch heute werden an dem Hang Ziegen gehalten.

 

Abb. Blick auf den Ziegenberg (Domberg) von Süden aus. Photo: v. Nahodyl Neményi.

 

In heidnischer Zeit befand sich hier noch keine Stadt, sondern bestenfalls Häuser der Priester oder Häuser für heidnische Pilger zum Übernachten und die Büraburg. Diese Häuser standen nun aber natürlich nicht oben auf dem doch recht hohen Berg, sondern südlich davor, so daß man in der Gebetsrichtung (Norden) den Berg sah. Ich vermute, in der heutigen Neustadt, wo sich das Ursulinenstift befindet, standen diese Hütten. Weil also Fritzlar als größere Ansiedelung noch gar nicht bestand, deswegen schrieb Willibald, daß die Eiche bei Geismar stand. Die Siedelung oder Gegend Fritzlar gehörte auch verwaltungstechnisch zum größeren Geismar. Wenn man von Süden auf die Donar-Eiche (heute der Dom) zugeht, dann steht man vor der hohen Wand des Ziegenberges. Dort gab es 5 bis 8 Quellen, von denen die meisten nicht mehr bestehen. Die „Fleckenbornquelle“ und die „Bonifatiusquelle“ sind zwei davon, die durch Einfassung und bauliche Veränderungen heute unterirdisch verlaufen. Oben auf dem Berge weideten die heiligen Ziegen und stand die Donareiche und alles trug den für ein Heiligtum typischen Namen „Friedensstätte“ (Friedeslare, Fritzlar). Nachdem Bonifatius diese Stätte aber zerstört hatte und das Heiligtum mit der Petrikapelle und einem Kloster (dessen Lage unbekannt ist) überbauen und sicher auch von seinen Leuten bewachen ließ, konnten die Heiden hier nicht mehr feiern. Sie mußten sich heimlich an anderer Stelle eine Donar-Kultstätte einrichten, wo sie noch ungestört feiern konnten. Das taten sie in einem Walde bei Geismar. Der Name „Geismar“ (Gaesmere) kann von ahd. gisan = kochen und mari = Quelle stammen, doch sind die Ableitungen von „hell und berühmt“ oder „Wasser-Vermehrung“ bzw. „viel Wasser“ glaubwürdiger. Ob vielleicht auch eine Deutung in Frage kommt, die sich auf die „Geiß“ (Ziege) als heiliges Tier Donars bezieht, ist ungewiß. Vermutlich suchten sie dort auf dem Berge eine alte Eiche und hielten nun darunter ihre Donar-Kulte ab. Dieser Ort konnte wohl noch einige Jahre genutzt werden. Aber auch hierhin drang irgendwann das Christentum und beendete diesen Kult. Man errichtete an der Stelle eine Kirche, die man nun aber nicht mehr dem Petrus weihen konnte, da sich ja schon in Fritzlar der Petridom befand und auch im Ort Geismar eine Petrikirche steht. Aber man wollte einen Kult des Donar ersetzen, und so wählte man als Heiligen den hl. Johannes. Auch Johannes ist ein Ersatzheiliger für Donar, und das kultische Trinken auf Johannes ersetzt das ursprünglich auf Donar erfolgte Trinken. Jedenfalls wurde im vorigen Jahrhundert dort im Walde wieder eine Eiche neben den Grundmauern der Kirche gepflanzt und mit dem Schild „Donar-Eiche“ versehen. Ich habe sie 2014 zum 3. Male besucht und kenne sie noch, als ihr Stamm nicht mehr als 10 cm Durchmesser hatte. Eine schon früher dort gepflanzte Donar-Eiche war leider eingegangen.

 

Abb. An der Donar-Eiche von Geismar. Im Hintergrund die Reste der Kirche. Photo: v. Nahodyl Neményi.

 

Weitere Orte, wo man die Eiche (oder eine andere Donar-Eiche) vermutete, liegen zu weit entfernt, als daß man sie ernsthaft in Erwägung ziehen könnte. Danach kommt Hülfensberg in betracht, nach alter Überlieferung des Eichsfeldes hat auf dem Berge dort eine Donareiche gestanden. Grund für diese Annahme ist vor allem der Name des Ortes Geismar direkt nördlich des Hülfensbergs. Dann wäre also bei Geismar an der Frieda (Thüringen) gemeint, nicht Geismar bei Fritzlar. Doch nennt der Chronist ja eindeutig Hessen, nicht Thüringen. Auch bei Hofgeismar (Landkreis Kassel) in Nordhessen wurde der Standort der Eiche gesucht. Vermutlich hat hier der Wunsch nach einem florierenden Tourismus die Heimatforscher angetrieben, den Ort der berühmten Eiche in der eigenen Heimat finden zu wollen. Selbst in Gießen gibt es einen Stadtteil, der Geismar heißt.

Die Donar-Eiche von Fritzlar bei Geismar war kein Einzelfall, überall in Germanien kannte oder kennt man derartige heilige Eichen. Eine solche Eiche steht auch bei Warburg in Westphalen, wo es auch einen Donnersberg (Thunaresberg) gibt, und in Müllenbach (Regierungsbezirk Köln) stand oder steht noch ein „Donner-Eikelchen“, ein uralter, vom Blitz halb zerstörter Eichbaum, dessen ausgehöhlter Stamm eine Breite von fast zwei Schritten hat (diese Angabe entnehme ich W. Wägners Buch von 1907). In einem Walde bei Dahle (Westphalen) stand früher eine große Eiche, zu der die Brautpaare hinauszogen, sie drei Mal umtanzten und ein Kreuz hineinschnitten. Im Fürstentum Minden gingen die Burschen und Mädchen am ersten Ostertage unter lautem Freudengeschrei zu einer alten Eiche und umtanzten sie. In Holstein beim Forsthaus Dodau gibt es eine Bräutigams-Eiche, wenn ein Mädchen drei Mal um sie herumläuft, bekommt es einen Mann. Auf einer Wiese von Hellern bei Osnabrück stand früher eine heilige Eiche, von deren Ästen oder Blättern weder das geringste aufgelesen, noch etwa auf dem Herd verbrannt werden durfte. Unweit des paderbornischen Dorfes Wormeln in Gehölz steht eine heilige Eiche, zu der jährlich die Einwohner von Wormeln und Calenberg feierlich zogen und bei Mühlhausen in Thüringen soll einst eine große Eiche gestanden haben, aus deren Holz ein Kasten gemacht wurde, der sich heute in der Kirche des Dorfes Eichenried befindet. Südlich von Magdeburg, in der „Kreuzhorst“ genannten Flur stand einst eine Donar-Eiche, deren Reste noch im vorigen Jahrhundert zu sehen waren. Ich konnte von ihr aber nichts mehr finden (siehe unsern Artikel im „Germanen-Glaube“ 4/2008, S. 16). Im Kloster Lehnin ist der abgesägte Stamm einer heiligen Eiche in der Kirchentreppe eingemauert zu sehen. Bekannt ist auch das pruzzische Hauptheiligtum Romove in Ostpreußen, in dem heilige Eichen standen (siehe „Germanen-Glaube“ 2/1998).

Die Eiche als Träger der Kraft Donars ist gut geeignet für Blóts zu Ehren des Gottes Donar. Man kann vor einer alten Eiche opfern oder inmitten von Eichen. Opfergaben legt man zu Füßen der Eiche nieder und man spricht besonders alte Bäume auch als Hüter des Ortes an.

 

© 2014 Allsherjargode Géza v. Nahodyl Neményi