Bei dem folgendenden Arikel handelt es sich um urheberrechtlich geschütztes Material des Allsherjargoden Géza von Neményi, des obersten altheidnischen Priesters in Deutschland. Nachdruck, auf Internetseiten oder Server setzen und jegliche andere Verwendung sind ohne Genehmigung untersagt und werden zivilrechtlich verfolgt. Hier geht es zur Startseite.

 

Götterentsprechungen
 


Leider  ist der Irrglaube, daß unsere Götter nur für Germanien zuständig seien und andere Länder ganz andere, unabhängige Götter hätten, bei Neoheiden weit verbreitet. Diese Sichtweise ist aber eindeutig falsch und macht unsere Götter kleiner, als Sie in Wahrheit sind. Auch werden dadurch die Eddaüberlieferungen als falsch hingestellt, denn bekanntlich wird in beiden Eddas geschildert, wie die Götter den Himmel mit den Sternen und die Erde und alle Welten erschufen. So können wir z. B. in Gylfaginning 3 lesen, was uns Óðinn selbst erzählt:


>Da sprach Jafnhárr: Er (Allvater) schuf Himmel und Erde und die Luft und alles, was darin ist. Da sprach Þriði: Das ist das wichtigste, daß er den Menschen schuf und gab ihm Önd (Atem, Seele) der leben soll und nie vergehen, wenn auch der Leib in der Erde fault oder zu Asche verbrannt wird.<


Wenn Allvater Óðinn Himmel und Erde geschaffen hat, dann ist Er der größte Gott, ein Gott, der weit über einen reinen Gott der Germanen hinausgeht. Auch bei der Menschenschöpfung wird eindeutig nicht eine besondere „Germanenschöpfung“ erwähnt.

Es ist und bleibt natürlich eine Glaubensfrage: Man kann an die Götter glauben, oder man sieht in Ihnen nur hohe Geistwesen mit begrenzter Zuständigkeit. In diesem Falle aber müßte es noch höhere Wesen geben, die diese hohen Geistwesen und die Welten erst geschaffen haben. Für diese Annahme aber gib es in unserer Mythologie keinen Hinweis. Unsere Vorfahren verehrten Wodan (Óðinn) immer als höchsten Schöpfergott, es gibt für uns Altheiden keinen Grund, dies anders sehen zu wollen. Wenn wir uns das unendliche Weltall ansehen, mit den Milliarden von bewohnbaren Planeten, und die Götter sollen nun ausgerechnet nur für diesen einen Planeten  und – damit noch nicht genug – auch nur dieses eine Volk zuständig sein? Das verkleinert unsere Gottheiten nicht nur in unzulässiger Weise, es ist auch höchst undankbar, wenn wir anstatt den Göttern zu danken, Ihre Leistungen kleinreden und als Bagatellen hinstellen. Nur Gegner der Götterreligionen haben ein Interesse daran, daß wir solche Vorstellungen übernehmen.

Somit ergibt sich, daß es nur unsere Götter gibt. Sie erschufen alles, auch fremde Länder und andere Völker. Das bedeutet, die Götter, die von andern Völkern und in anderen Kulturen verehrt werden, sind mit unseren Göttern völlig identisch. Und das kann man nun auch an Attributen und Namen erkennen. So ist mittlerweile klar, daß der altindische Gott Dyaush mit Zeus, Ziu-Piter (Jupiter), Tius und Týr identisch ist. Die Namensparallele zwischen dem einäugigen altindischen Gott Rudra und unserem Ruprecht hatten wir schon einmal angesprochen, auch die indische Göttin der Morgenröte Ushas ist mit Eos, Aurora und Ostara identisch. Das ist ja auch logisch, da es sich um indogermanische Völker handelt, die auf ein Urvolk zurückgehen. Aber wie naiv ist die Vorstellung, die einst gemeinsamen Götter des indogermanischen Urvolkes hätten sich geteilt, als sich auch die Völker aufspalteten? Das ist gar nicht denkbar.

Die Überlieferungen zu den (gemeinsamen) Göttern sind unterschiedlich, da Menschen sie aufschrieben und dabei sicher auch Fehler machten, auch wurden bestimmte Aspekte wichtiger, andere wurden vergessen. Schließlich ist auch die Natur und das Klima anders in Germanien und Indien. Auch die Mentalität der Menschen war mit dafür verantwortlich, daß die Götter in einer bestimmten Weise gesehen und beschrieben wurden. Dennoch sind es dieselben Götter. Der Hinduist, der heute Shiva anruft, ruft den Gott an, der im Rigveda Rudra heißt und der unserem Gott Wodan entspricht. Die Anhänger des Shiva leben noch heute die kultische Ekstase mit Enthaltsamkeit, aber auch mit Rauschdrogen, um dem Gott der kultischen Ekstase, Shiva-Rudra-Wodan nahe zu kommen.

Trotzdem die Götter einander entsprechen, gibt es Schwierigkeiten bei der jeweiligen Zuordnung. So entspricht von der Namensetymologie der altindische Himmelsgott Dyaush unserm Gott Tius, doch Tius ist in unseren Überlieferungen schon sehr zu einem Kriegsgott geworden. Der Gott Jupiter entspricht unserem Tius auch von der Namensetymologie, doch Jupiter ist eben kein Kriegsgott (das ist Mars). Jupiter schleudert aber auch die Blitze wie Donar; die Isländer setzten Jupiter mit Þórr gleich, doch später auch mit Óðinn, denn Jupiter ist bei den Römern der höchste Gott, der „Allvater“ und daher entspricht er Óðinn. Es kommt also darauf an, ob wir uns nur auf den Namen beziehen, oder auch auf die Zuständigkeit eines Gottes. Die Bedeutung von Jupiter als höchsten Gott ist so entscheidend, daß wir Ihn nicht mit Tius oder Donar gleichsetzen können. Wenn wir wissen wollen, welcher unserer Gottheiten einem antiken oder indischen Gott heute entspricht, dann müssen wir allein von der Zuständigkeit ausgehen, nicht vom Namen und seiner Etymologie, denn Namen wechselten bekanntlich häufiger.

Das Wechseln von Namen geschah auch allein schon in unserer eigenen Kultur: Der höchste Gott wurde vor 2 Jahrtausenden noch *wodanaz genannt, später Wodan, dann verlor der Name das anlautende W und entwickelte sich über „Voden“ im Norden zu „Óðinn“. Unterschiedliche Namen, aber immer derselbe Gott.

Wir haben eine Tabelle zusammengestellt, die die Namen unserer Götter mit den entsprechenden Götternamen der Celten, Römer und Griechen sowie der Inder in Beziehung setzt. Diese Aufstellung kann helfen, die einander entsprechenden Götternamen derselben Gottheit zu finden, etwa wenn man celtische Traditionen mit unseren zusammenbringt oder wenn man sich z. B. in einen Hindutempel begibt. Dort kann man unsern höchsten Gott unter dem Namen „Shiva“ anrufen und weiß, welcher Gott gemeint ist.

Die Zuordnung ist dabei sehr schwierig, weil es unterschiedliche Aspekte gibt und je nach Schwerpunkt kann man Zuordnungen finden. Es ist insofern nur ein Versuch und hat nicht den Anspruch, perfekt zu sein. Z. B. schworen die Griechen bei der Göttin Styx, deren Name zugleich einen Unterweltsfluß bezeichnet, die Germanen schworen bei War. War ist aber nun eindeutig keine Unterweltsgöttin. Hier ist also nur der Aspekt der Eidgottheit „Styx“ berücksichtigt.
 

Nordisch

Germanisch Celtisch Römisch Griechisch Vedisch Indisch
Óðinn Wodan Teutates, Lug Jupiter, Merkur Zeus, Hermes Rudra, Vayu Shiva
Frigg Fria Dan(u) Juno Hera Aditi Durga
Týr Tius Esus, Nuada Mars Ares Skanda Karttikeya
Þórr Donar Taranis Hercules Herakles Indra Vishnu
Sif Siwa Nantosuelta Ceres Demeter Prithivi Lakshmi
Ullr Wuller Dis Uranus Uranos Dyaush Dyaush
Yngvi-Freyr Ing-Fro Cernunnos Saturn, Priapus Pan Agni Brahma
Gerðr Gerda Caer Gaia Géa Prithivi Lakshmi
Váli Wale (Or)miach Pollux Polydeúkes Ashvins Dasras
Sól Sunna Sulis Victoria Nike Savitri Sarasvati
Sága Saga Brigantia   Mnemosýne    
Bragi Brage Ogmios Apollo Apollon   Rama
Iðunn Iduna   Iuventas Hebe    
Loki Loke Bricriu Prometheus Prometheús Vritra Vritra
Skaði Skade Scáthach Diana Artemis   Candra
Baldr Balder, Phol Belenos Apollo Apollon Surya Mitra
Nanna Nanna Belisana Aurora Eos Ushas Dyotana
Heimdallr Mannus Manannán Janus Dionysos Manu, Soma Ganesha
Vár War     Styx    
Óðr, Höðr Ottar Dis Plúton Hádes Yama Yama
Freyja Frowa, Ostara Sirona Venus Aphrodite Ushas Rati
Forseti Fosite   Lacres      
Syn Sinthgunt Brigantia Vesta Hestía    
Njörðr Nerd Lir Neptun Poseidon Varuna  
Njörunn Nertha   Leukothea Amphitríte    
Víðarr Widar Vintius Castor Kástor Ashvins Nasatya
Snotra Snutra   Minerva Métis    

 

Woher wissen wir eigenlich, wie die Götter aussehen, wofür Sie zuständig sind, welches Ihre Attribute sind? Nun, durch Offenbarungen an unsere Vorfahren. Der Donnergott hat Sich einzelnen von ihnen gezeigt und sie haben es weitererzählt. Natürlich hat Sich dieser Gott auch Angehörigen anderer Völker gezeigt, und auch sie haben das weitererzählt. Somit müßten sich derartige Offenbarungn – vorausgesetzt die Menschen haben sie gewissenhaft überliefert – auch ähneln. Tatsächlich gibt es Beispiele dafür, daß bei völlig unterschiedlichen, nicht miteinander verwandten Völkern Gottheiten sehr ähnlich gezeigt haben. Bei den Ewe in Dahome, Ghana und Togo verehrte man den Gott „So“, der auch „Xevioso“ oder „Xexyoso“ genannt wurde. Er ist ein Himmels- und Gewittergott, also mit Donar identisch. Der Gott wird in Widdergestalt mit der Donner-Streitaxt als Attribut dargestellt. Das Bild zeigt den Gott mit der Axt im Mund und von zwei andern Äxten umgeben, in Widdergestalt.

 

 

Der Widder war bei uns u. a. dem Donar  geweiht und die Axt oder der Hammer ist Sein Hauptattribut, die Axt ist die ältere Form des Hammers. Unbestritten ist, daß es nie eine Verbindung der Indogermanen zu den Ewe gegeben hat. Daß sie den Gott dennoch mit gleichen Attributen wie bei uns darstellten, ist allein eine Folge der Offenbarungen. Weitere Beispiele lassen sich finden, Otto Sigfrid Reuter bringt derartige Beispiele von Gleichheiten unserer Mythologie mit der nordamerikanischer Indianerstämme.

Wir sollten also lernen, daß es keine „Götter nur für Germanen“ oder nur für andere Völker gibt, sondern daß wir die Götter des Kosmos, die höchsten Wesenheiten verehren, die für alle Völker aller Welten zuständig sind.

Deswegen werden diese Götter auch immer existieren, unabunabhängig davon, ob es uns Germanen gibt, oder nicht.

 

© 2013 Allsherjargode Géza von Neményi