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Die Göttin Ostara

 

Immer wieder wird versucht, die Existenz der germanischen Göttin Ostara (jünger: Ostera) oder Eostar, zu bestreiten. In diesem Artikel sollen einmal die Belege vorgestellt und das Für und Wider besprochen werden.

Die Hauptquelle ist der englische Chronist Beda Venerabilis (siehe Bild). Er schrieb in seinem Buch "De temporum Ratione" (Kap. 15) über die Monate der Angelsachsen:

>Eosturmonath, der jetzt mit Passahmonat übersetzt wird, hat den Namen von ihrer Göttin, die Eostrae genannt wurde, und welcher sie in ihm Feste feierten, gehabt, welchen Namen sie jetzt der Passahzeit beilegen, indem sie mit dem aus alten Brauche gewohnten Worte die Freuden der neuen Festlichkeit bezeichneten.<

Obwohl diese Quelle, die aus der Zeit um 730 stammt, völlig eindeutig ist, wird sie doch von einigen Forschern angezweifelt. Sie sehen Beda als einzigsten Beleg für diese Göttin und glauben, daß es sich um eine gelehrte Erfindung handelt, die ähnlichen Erfindungen in der "Etymologiae" Isidor von Sevillas entspräche. Beda habe einfach aus dem Monatsnamen eine Göttin abstrahiert, außerdem sei von den sonst überlieferten Monatsnamen kein einziger von einem Götternamen hergenommen. Das letztere stimmt allerdings nicht, Beda nennt auch einen Hredmonath, der von der Göttin Hreda seinen Namen habe.
Die Annahme, daß ein christlicher Mönch wie Beda, dem an der Missionierung seines Landes gelegen war, dafür eigens eine heidnische Göttin erfunden haben sollte, die es in heidnischer Zeit nie gegeben hatte, ist allerdings recht unwahrscheinlich, zumal Beda ansonsten als verläßliche Quelle gilt.

 

Mittelalterliche Beda-Darstellung.

 

Jakob Grimm hat nun von dieser angelsächsischen Bezeichnung durch Namensvergleichung den deutschen Namen "Ostara" hergeleitet, wobei er u. a. auch die entsprechenden altdeutschen Monatsnamen verwendete. Denn dem altenglischen Eosturmonath (April) entspricht zweifellos der altdeutsche Monatsname "ôstârmanoth" (April), der bereits in Einhards "Vita Karoli Magni" (zw. 770 – 840 entstanden) erscheint. Im Frankenreich war der 4. Monat des Jahres der "ôstarmânôt" (Ostermond). Diese Benennung der Monate geht auf Karl den Sachsen zurück.

Nun wurde von den Kritikern behauptet, daß der zeitliche Ursprung dieser Monatsbenennungen nicht bekannt sei und damit sei auch nicht klar, ob diese Namen vom Osterfest genommen, oder das Osterfest nach den Monatsnamen benannt wäre. Die Sprachwissenschaft hat festgestellt, daß zwar das altindische usrá, litauisch auzra, griechisch éos, lateinisch aurora "Morgenröte" urverwandt mit dem germanischen "austra-" sind, dieses aber auch einfach "Osten" bedeuten kann (altnordisch austr, altsächsisch, althochdeutsch ostar = ostwärts). So könnte der Monat einfach nach der Himmelsrichtung benannt sein, weil nach altkirchlichen Bestimmungen Ostern erst nach der Frühlingsgleiche gefeiert wurde, wenn die Sonne wieder zum genauen Ostpunkt zurückgekehrt war. Tatsächlich aber geht die Sonne nur zur Tag- und Nachtgleiche genau im Osten auf, wenn das christliche Ostern begangen wird (oft bis zu einem Monat später) geht die Sonne bereits im Nordosten auf.

Es gibt aber nun noch weitere Erwähnungen oder Belege. Der sog. "Osta-Stein" ist eine im 16. Jh. gefundene Votivtafel, die heute nicht mehr erhalten ist. Aber es gibt mehrere Nachzeichnungen. Auf dieser Tafel sind Runen zu sehen, die man allerdings ganz unterschiedlich deuten kann:

Lesung 1: >thu ga ut thatr os ta  louse isin frosta<
Lesung 2: >dhu gautar osta, ous il sin grosta<

Deutung 1: "Du gehe (hin)aus, das (ist) Osta(r) – Löse (die) eisigen Fröste".
Deutung 2: "Du gehe (hin)aus, das (ist der) Asegott – Löse (die) eisigen Fröste".
Deutung 3: "Du guter Osta, aus deinem Antlitz leuchtet".

 

Abb. Der Osta-Stein. "ein Stück Stein, so im Schaumburgischen und in gebürge der Hohenstein genannt, ohnweit dem Singrünen-Altare oder der Druidenklippe, im XVI ten Jahrhundert gefunden worden".

 

Das Bild (siehe Abbildung) zeigt u. a. eine männliche oder weibliche Figur mit Hörnerhelm, die ein überquellendes Füllhorn trägt, und daneben einen Kreis (Sonne oder Vollmond) und einen Halbmond (ähnlich wie wir sie auch auf der Himmelsscheibe von Nebra finden). Auch ein Vogelkopf ist zu sehen. Das Bild läßt sich auf viele Gottheiten deuten. Die Deutung der Runen ist auch nicht eindeutig, "ga ut" kann mit "gut" (dann allerdings mit neuerer Längung: "gaut" statt älterem "gut") oder "geh aus" übersetzt werden, "os ta" kann "Ase Gott" bedeuten (wobei "ta" dann zu "tiw" = Gottheit gestellt würde, was etwas problematisch ist) oder eben (männl.) "Osta" oder (weibl.) "Ostara". Diese letztere Deutung stammt von mir, ich halte sie für die logischste. Auch die andere Zeile erlaubt die unterschiedlichsten Deutungen. Beide Deutungen dieser 2. Zeile passen allerdings auf Ostara, denn Sie kann sowohl mit leuchtendem Antlitz, als auch als Frostlöserin (Morgenröte, Frühlingserde) umschrieben sein. Die Votivtafel aus Westphalen kann sowohl wegen einer Krankheit, die man heilen wollte, oder wegen des starken Frostes, den man wegbekommen wollte, den Göttern niedergelegt worden sein – beide Anlässe passen auf Ostara. In den Deutungen 1 und 2 wollte man also einen Krankheitsdämon mithilfe "des Asen" oder Ostaras vertreiben und dem Kranken Wärme und Heilung erbitten, oder man wollte den Winter und Frost austreiben. In der 3. Deutung (von vor 1890) erscheint ein nirgends sonst überlieferter männlicher "Osta", dessen Antlitz leuchtet. Was man von dem aber wollte, wird nicht gesagt, was für eine Votivtafel sehr unüblich ist. Deswegen ist diese Deutung unwahrscheinlicher. Daß die dargestellte Gottheit ein Füllhorn trägt und wohl auch eine freie Brust, und überhaupt weiblich erscheint, paßt nicht zu einem männlichen "Osta". Die Votivtafel aber ist verloren und kann nicht mehr genau überprüft werden.

Wenn die Votivtafel also gegen einen zu strengen Winter geopfert wurde, wäre das immerhin ein Hinweis auf Ostara als Frühlingsgöttin. Und genau in dieser Zuständigkeit wird Ostara im Jahre 1880 im ''Karlsbader Wochenblatt'' (Nr. 13, S. 27) in folgenden Zitat erwähnt:

>Stab aus, Stab aus! Stecht dem Winter die Augen aus. Als Vorfeier zu dem am Ostertage gefeierten Feste der Frühlingsgöttin Ostara, wo der Kampf zwischen Sommer und Winter stattfand, sang die Jugend diesen Spruch während desselben.<

Ostara beendet hier den Winter. Die Zweifler allerdings glauben, daß diese Erwähnung der Göttin bereits von Grimms Darstellung beeinflußt sei und daher nicht authentisch wäre. Sie übersehen dabei, daß die Göttin als "Ostra" bereits im ''Werningerödischen Intelligenzblatt'' (Nr. 19, S. 72) von 1797 erwähnt wird – lange vor J. Grimms Ausarbeitung:

„Unsere Nachbarn im Lande zünden nämlich am Abend des ersten christlichen Osterfeiertags, ohne Scheu und Nachdenken, wieder seit einigen Jahren von neuem der heidnischen Göttin Ostra Ehren Opfer- und Gedächtnisfeuer vor ihren Dörfern und Anhöhen, wo dergleichen sind, an.....
Unsere Stadteinwohner (zum Ruhm sei’s ihnen nachgesagt) handeln hierin vernünftiger. Sie bleiben, wenn’s auch weiter nichts ist, doch fest auf ihren Posten der Aufklärung stehen. Wenigstens schämen sie sich noch bis jetzt dieses Rückschrittes ins Heidenthum, dieser kleinlichen, abergläubigen Lustbarkeit. Sie verlachen den Aberglauben unserer Vorfahren, welche durch diese, in spätern Zeiten mit dem Namen Osterfeuer belegten Feuer-Opfer, von der Göttin Ostra die Vertilgung des den Gewächsen schädlichen Geschmeißes zu erlangen hofften....

C.F.: „Über Osterfeuer“ in der Rubrik “Gemeinnützige Mittheilungen“
Wernigerödisches Intelligenzblatt, 19, 9.Mai 1797, S. 72.

Bislang von der Forschung ziemlich ignoriert ist der etwa 1000 Jahre alte Eostar-Hymnus, der im Kloster Corvey (Westphalen) erhalten ist. Nicolaus Hocker ("Deutscher Volksglaube in Sang und Klang", Göttingen 1853, S. 224) führt den Textanfang an, einige Jahre vor dem Erscheinen der Mythologie Jakob Grimms (1868). Der Text lautet folgendermaßen:

>Eostar, Eostar, eordhan modor,
genne these acera veaxendra
und wirdhendra eacniendra
einiendra. fridha him!
that his yrdh si gefridhod
and heo si geborgan
as his halige,
the on heofdenum sind.<

("Eostar, Eostar, Erdenmutter,
Gönne diesem Acker
zu wachsen und werden,
blühen, Frucht bringen. Friede ihm!
Daß die Erde gefriedet sei
Und daß sie geborgen sei
wie die Heiligen,
die im Himmel sind".)

Was ist zu diesem Gebet zu sagen? Es fällt die Ähnlichkeit zum angelsächsischen Erce-Spruch auf. Es könnte sich also um eine Fälschung des 18. Jhs. handeln, die den Erce-Spruch als Vorlage genommen hatte. Dieser beginnt so (Felix Grendon, The Anglo-Saxon Charms, in: Journal of American Folk-Lore, S. 174):

>Erce, Erce, Erce, eorþan módor
geunne þé sé alwalda, éce drihten
acera wexendra and wrídendra,
æcniendra and elniendra …
Geunn him éce drihten
and his hálige, þe on heofdenum synt,
þæt hys yrþ sí gefriþod
wið ealra féonda gewæne,
and héo sí geborgen
wið ealra bealwa gehwylc ...<

("Erce, Erce, Erce, Erdenmutter,
Gönne dir der allwaltende ewige Drost

Äcker wachsend und aufsprießend,
voll schwellend und treibend ...
Gönne ihm der ewige Drost
und seine Heiligen, die im Himmel sind,
daß diese Erde gefriedet sei
wider alle Feindesgefahren
und sie sei geborgen
wider alles böse Gevolk...")

Im Eostar-Spruch ist der christliche Bezug (der "ewige Drost" = Gott) nicht vorhanden, was sowohl für eine Fälschung spricht, wie auch gerade für hohes Alter. Allerdings werden die "Heiligen" genannt, was ein heidnischer Fälscher sicher unterlassen hätte.

Ich halte daher den Spruch auch wegen seiner frühen Erwähnung (1853 - lange bevor man von Ostara wußte oder über die Echtheit diskutierte) für echt. Beide Sprüche können miteinander verwandt sein und der ähnlichklingende Name Eostar steht an Stelle von Erce. Erce ist Frau Harke, die Erde, während Eostar als Frühlingsgöttin zwar die Frühlingserde bedeutet, aber wohl eher die Morgenröte bzw. Nacht und Mond.

Westphalen scheint eine Region gewesen zu sein, wo die Göttin Eostre/Ostara noch lange verehrt wurde. Über ein Jahrhundert vor Jacob Grimm schrieb ein Pastor Pustkuchen in seiner Ortschronik von 1762, daß an den Externsteinen das Volk viel Unfug mit dem Dienst der heidnischen Göttin Ostara triebe. In einer Chronik von 1750 werden die Externsteine sogar "Eostrae Rupes" (Ostaras Felsen) genannt. Auch das sind eindeutige und unbestreitbare Überlieferungen, wenn auch nicht aus der ältesten Zeit.

Neben diesen Überlieferungen gibt es zahllose Orts- und Flurnamen, die den Bestandteil "Oster-" enthalten. Bekannte Beispiele sind z. B. Osterland (Land zwischen Saale und Mulde), Osterwald (Gebirgskette zwischen der Leine und der Hamel), Osterode im Harz, Osterrode in Ostpreußen, Osterholz bei Stade, Osterholz an der Hamme und Osterholz in Westphalen-Lippe, Oster-Bau bei Flensburg, Osterburg und Osterwieck bei Magdeburg, Osterhofen (Bayern), Osterrönfeld, Osterburken (Württemberg), Osterfeld bei Merseburg, Schloß Osterstein bei Gera, Oesch (auch Austerthal geschrieben) in der Mülheimer Markung. Nach W. Fricke ("Das mittelalterl. Westfalen ...", Minden 1890, S. 7 f.) geht auch der Name eines Steinblocks in Westfalen "im Oestern" möglicherweise auf Ostara zurück. Die Kritiker meinen, derartige Namen würden sich lediglich auf die Himmelsrichtung beziehen und nichts mit einer Göttin zu tun haben. Das mag sicher bei einzelnen der angeführten Namen zutreffen, aber nicht bei allen. In Einzelfällen kann kultische Bedeutung belegt werden. So findet sich in Berlin Lübars (eine Liuba/Freyja-Kultstätte, wo es z. B. den Höhenzug "Osrücken" und Urnenfunde gibt) eine Osterquelle. Sie liegt zwar tatsächlich östlich des Dorfes Lübars, doch trägt sie auch den Namen "Marienquelle" (in einer evangelischen Gegend); dieser Name beweist, daß die Quelle eine kultische Quelle war und ihr ursprünglicher Name daher nicht lediglich die Himmelsrichtung bezeichnet. In Lübben gibt es einen Liuba-Hain, der also auch der Liebesgöttin geweiht ist, ein altes Heiligtum. Westlich davon gibt es einen Ostergrund, nördlich desselben einen Frauenberg. Eindeutig stehen der Liuba-Hain, der Ostergrund und der Frauenberg (Frova = Freyja) in einem kultischen Zusammenhang (siehe den Artikel über die Göttin Liuba).

Die etwa 150 aus dem Jahr um 200 stammenden Weihesteine einer Matronae Austriahenae in der Umgebung der niederrheinischen Ortschaft Morken-Harff, sowie sieben römerzeitliche Weihinschriften mit den Matronennamen Authrinehae, Auðrinehae, Audrinehar und Autriahenae wurden auf Austro (Eostar, Ostara) gedeutet, aber auch auf den Stamm der Austriates ("die im Osten wohnenden") bezogen.

 

Ostara mit Ihrem Gefolge.

 

Ostara (siehe Abb.) kommt in den Eddas nur an einer Stelle in den Skáldskaparmál Kap. 28 vor. Hier wird Freyja "ásta-guð" (Liebesgöttin) genannt. Es ist möglich, daß diese Bezeichnung aus einem älteren "osta(r)" entstand und sich also hier noch der Name Ostara erhalten hat. Tatsache ist, daß darüberhinaus Ostara jedenfalls nicht in den Eddas oder den nordischen Sagas erwähnt wird. Umgekehrt wird Freyja im Süden nicht genannt, allerdings kann man auf Freyja alle Namen mit "Frauen" beziehen, da Freyja bei uns "Frova" ("Frau") genannt wurde. Leider kann man aber die Orts- und Pflanzennamen mit "Frauen-" auch auf Frigg ("Frau Holle") oder auch auf "unsere liebe Frau" (Maria) beziehen. Ich setze Ostara mit Freyja gleich, und das erklärt, warum der Name Ostara im Norden nicht vorkommt. "Freyja" ("Frau", "Herrin") ist ja auch ursprünglich nur ein Anredewort, nicht der Eigenname der Göttin.

Die entsprechenden Gottheiten Aurora bei den Römern (Aurum = Gold), Eos und Astraea bei den Griechen, Aušrine bei den Litauern, Auskelis bei den Letten und Ushas bei Indern (Rigveda) beweisen, daß auch die Germanen eine derartige Göttin gekannt haben müssen. Alle diese Namen gehen auch eine gemeinsame Wurzel ''*au.es'' bzw. ''*aus'' (scheinen, leuchten, strahlen, hell werden) zurück. Diese gemeinsame Wurzel deuten Kritiker jedoch nicht auf eine Göttin, sondern einfach auf die Himmelsrichtung. Eine Personifizierung soll danach erst nach der Bedeutung als Himmelsrichtung entstanden sein. Folgt man dieser Kritik, dann müßte die Personifizierung bereits vor mehr als 4000 Jahren (Rigveda) erfolgt sein und dann in die indogermanischen Teilvölker übernommen, wie die entsprechenden Namen ja beweisen. Auch wenn man also dieser Kritik folgt, gab es zur Zeit der Germanen bereits eine entsprechende Göttin, und alle Flur- und Ortsnamen, die aus germanischer Zeit stammen, müssen dann zuerst auf die Göttin, nicht die Himmelsrichtung bezogen werden. Wenn wir dann auch noch die babylonisch-semitischen Bezeichnungen Ishtar und Astarte mit auf diese Göttin beziehen können, dann läßt sich die entsprechende Göttin bei den Germanen nicht mehr abstreiten.

Nehalennia, die J. W. Wolf mit Eostar auf Grund ähnlicher Symbole identifizieren wollte, entspricht der Eostar/Ostara aber nicht. Nehalennia ist auf Votivsteinen als Jagdgöttin dargestellt und hält einen erlegten Hasen. Der Hase ist hier nicht Attribut und ihr heiliges Tier, sondern Jagdbeute. Der Hase ist in vielen Kulturen ein Symbol des Mondes. Da die Mondflecken im Frühjahr wie ein Hase mit Ei gesehen werden können, ist die Verbindung „Hase - Mond - Mondgöttin (Freyja) - Ostara“ naheliegend. Übrigens können die Mondflecken nur im Frühjahr als Hase gesehen werden, in anderen Jahreszeiten ist die Mondscheibe gedreht und bietet andere Mondbilder.

Ostara entspricht also der Freyja, die auch Frova oder Liuba genannt wurde, aber in dem Namen Ostara wird besonders Ihr Aspekt als Frühlingsgöttin, Mondgöttin, Fruchtbarkeitsgöttin und Morgenröte angesprochen. Der Bezug zum Monde ist durch den März- und Mondhasen gegeben, der der Frühlingsgöttin durch Ostera als Wintervertreiberin (Osta-Stein, Bericht von 1880), als Morgenröte erweist sie nur der indogermanische Vergleich, als Frühlingserde wurde Sie in dem zitierten Eostar-Segen angerufen.

Seit Mitte des 19. Jhs. wurde ein angeblich aus dem 9. Jh. stammendes althochdeutsches Gedicht "Schlummerliedchen" verbreitet, wo Ostara als eine vollkommen in weiß gekleidete junge Frau erscheint, die über die Lande schwebt und überall unter ihren Füßen wachsen Blumen. Dieses Gedicht ist allerdings als eine Fälschung von G. Zappert entlarvt worden, hat aber die Vorstellung von Ostara und die Bilder von Ihr stark beeinflußt.

Nachtrag: Ich bedauere sehr, daß meine Zusammenstellung der Quellen von einem neoheidnischen Autoren verwendet wurden, um darüber ein Buch zu schreiben.

© 2009 Allsherjargode Géza v. Nahodyl Neményi